'Congratulations man! You are my first M1 Visa!' Mit diesen Worten begrüßte mich der US Officer am Flughafen in New York empfangen. Hätte schlechter laufen können. Nach zwei falschen Zügen und demzufolge zwei unfreiwilligen Kurzaufenthalten in den Suburbs von New York City, das ganze bei 26 °C und in Winterklamotten, hatte ich endlich die Grand Street in Brooklyn erreicht, wo Ronny und Giulia mich bereits erwarteten und die nächsten zehn Tage wunderbar beherbergten.
An meinem ersten Tag machten wir uns dann auf in Richtung Meatpacking District in Chelsea, um uns die High Line anzuschauen. Diese stillgelegte Hochbahn Trasse wurde zu einem Park umfunktioniert und schlängelt sich wie ein grüner Pfad durch die roten Backsteingebäude der Westside. Dies ist finde ich ein absolutes Must See der Stadt. Anschließend machten wir noch einen kleinen Midtown Bummel und landeten schließlich am Times Square. Als wir hier am Toys'R'Us Store vorbeikamen dachte ich mir, der könnte ganz spannend sein und wollte nur mal kurz reinschauen. Was uns dann hinter den Eingangstüren dieses mehrstöckigen Gebäudes erwartete, spiegelt denke ich das Erscheinungsbild der ganzen Stadt ganz gut wider. Es gibt ein Riesenrad in dem Eltern und Kinder erstmal eine Runde durch alle Stockwerke des Ladens drehen können, ein begehbares Barbie Haus lädt die jungen Damen zu einem Rundgang ein während ein riesiger Tyrannosaurus den männlichen Nachwuchs im Jurassic Park begrüßt. Um die Lego Nachbildungen von Freiheitsstatue und Empire State (inkl. King Kong) fliegen ferngesteuerte Hubschrauber durch die Luft und während sich die Kinder im Paradies wähnen verzweifeln die Eltern an der Entscheidung, ob der Familiensegen oder ein ausgeglichenes Bankkonto höhere Priorität genießen.
So merkt man recht schnell, dass in dieser Stadt alles ein paar Nummern größer, bunter und lauter als anderswo ist und es wohl tatsächlich kaum etwas gibt, was man hier nicht machen kann.
Was man alles machen kann entdeckte und erlebte ich dann in den folgenden Tagen. Die Museen der Stadt bieten wohl genug Kunst, um sich damit mehrere Jahre zu beschäftigen. Besonders imposant fand ich das Metropolitan Museum, da hier vom begehbaren Inka Tempel über Ritterrüstungen, römische Statuen und afrikanische Kunst bis zu Modern Art alles geboten wird. Die Architektur des Guggenheim ist in Realität nochmal imposanter als auf Bildern und in Filmen und das MoMa auch auf jeden Fall einen Besuch wert. Allerdings war ich hier etwas in Eile, da es direkt im Anschluss in den Madison Square Garden ging, wo die New York Knicks die Milwaukee Bucks empfingen. Dass US Sport anders funktioniert als beispielsweise Fußball in Deutschland war mir wohl bekannt, dennoch war ich von der Stimmung etwas enttäuscht. Es war aber trotzdem ein tolles Erlebnis den 'Garden' einmal von innen und 'in Action' gesehen zu haben.
Der Trip mit der Fähre rüber nach Staten Island mit Blick auf die Statue of Liberty und das bei sonnigem Frühlingswetter war toll, genau wie der Spaziergang durch den Central Park bei ähnlich gutem Wetter. Dass sich diese XL Grünanlage mitten in dieser XXL Stadt erstreckt ist genau so erstaunlich wie beruhigend, da man hier tatsächlich den Trubel der Straße hinter sich lassen kann. Das dachte sich wohl auch Tom Hanks, der sich an diesem Tag für die Dreharbeiten seines neuen Films im Park aufhielt. Dass hierfür extra Kunstschnee herangeschafft wurde wirkte am nächsten Tag etwas ironisch, da Schnee, Hagel und winterliche Temperaturen angesagt waren. So erlebte ich New York innerhalb von zehn Tagen bei jeder Jahreszeit.
Dreharbeiten im etwas kleineren Format, dafür aber hautnah erlebte ich in der Bronx. Ein Kommilitone von Ronny hatte eine Highway Brücke im Norden der Stadt als Spot für seinen Film entdeckt, allerdings zum Unmut des obdachlosen Herren der diese Brücke sein zu Hause nannte. Nachdem alle Schauspieler eingetrudelt und schließlich durch die Maske waren ging es dann aber dennoch los. Der Ausflug in die Bronx war sowohl aufgrund der Dreharbeiten als auch durch das Gefühl, als Weißer klar in der Minderheit zu sein – der Mann im Kiosk begrüßte uns mit den Worten 'What a surprize' – eine sehr interessante Erfahrung.
Das Thema Film vertiefte ich dann noch auf der New York City Movie Tour, die mich in gut drei Stunden an verschiedene Film- und Seriendrehorte der Stadt brachte. Die Feuerwehrstation der Ghostbuster, die Wohnung von Will Smith in 'I'm Legend', das zu Hause von Peter Parker alias Spider Man, der Pizza Laden aus 'Men in Black 2', das 'Friends' Haus sowie die beiden Gebäude die als Inspiration für die zwei Türme in 'Lucky # Slevin' dienten waren einige davon.
Ein weiteres Highlight war der Tag in Williamsburg. Von der Bedford Avenue aus machten wir uns auf den Weg diesen alternativen und mit imposanter Street Art verzierten Stadtteil der Stadt zu erkunden. Ein Laden, der im Stil einer Bücherei Hefte bereitstellt, in denen Menschen Ideen, Gedanken, Bilder und Texte zu bestimmten Themen verewigt haben fesselte uns dabei genau so sehr wie tolle Second Hand und Antiquitäten Shops, wo wir zum Beispiel Ansichtskarten vom schönen Rhein, der Zugspitze oder Schloss Nymphenburg fanden. Als wir dann noch das 'Bierhaus' in dem Hofbräu Bier ausgeschenkt wird entdeckten wurden Heimatgefühle wach.
Nach zehn wunderbaren Tagen im Big Apple mit unendlich vielen Eindrücken machte ich mich dann auf den Weg Richtung Miami. Der erste Bericht aus der Hitze folgt und wird sicherlich nicht so lange auf sich warten lassen wie sein Vorgänger.
Bis dahin viele Grüße und macht es gut, Hannes
Bilder aus New York gibt es hier: http://www.facebook.com/album.php?fbid=10150143067435769&id=840190768&aid=303056&l=8d043acca9
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen